Meta stoppt politische Werbung – Wie bleibt Dein Content sichtbar?
Seit dem 6. Oktober sind bezahlte politische Anzeigen auf den Meta-Plattformen Instagram und Facebook nicht mehr erlaubt. Auch Google und YouTube hatten politische Werbung bereits zuvor abgeschaltet. Hintergrund ist die neue EU-Verordnung über Transparenz und Targeting politischer Werbung (TTPW-VO). Sie soll Bürgerinnen und Bürger besser vor manipulativer Werbung schützen und ausländische Einflussnahme auf demokratische Prozesse erschweren.
Meta hat beschlossen, die neuen Vorgaben nicht umzusetzen, sondern den gesamten Bereich politischer Werbung zu schließen. Das Unternehmen begründet das mit „signifikanten operativen Herausforderungen und rechtlichen Unsicherheiten“.
Die Folgen sind weitreichend. Inhalte zu zentralen gesellschaftlichen Themen wie Demokratie, Bildung, Gesundheit oder Menschenrechten können nicht mehr bezahlt ausgespielt werden. Das betrifft nicht nur Parteien und Politikerinnen, sondern ebenso NGOs, Stiftungen, Verbände und andere zivilgesellschaftliche Organisationen.
Accounts, die als politisch oder gesellschaftlich aktiv gelten und von der Plattform entsprechend markiert wurden, können keine bezahlten Anzeigen mehr schalten, selbst wenn ihre Inhalte eigentlich nicht unter politische Werbung fallen. Nur organische Beiträge, also Posts ohne Werbebudget, sind weiterhin möglich.
Hinzu kommt: Sämtliche bezahlten Inhalte auf Instagram und Facebook werden nun automatisch durch Künstliche Intelligenz geprüft – auch die von Accounts, die nicht als politisch oder gesellschaftlich aktiv eingestuft sind. Sobald die KI politische Inhalte erkennt, wird die Werbung blockiert.
Was steht in der neuen Verordnung eigentlich drin?
- Die neue EU-Verordnung verpflichtet Plattformen, politische Werbung klar zu kennzeichnen. Sie müssen offenlegen, dass es sich um politische Werbung handelt, wer sie finanziert und wo weitere Informationen zur Finanzierung zu finden sind. Unter einem Facebook-Post könnte zum Beispiel stehen: „Gesponsert von FDP Baden-Württemberg. Weitere Infos: [Link zur Transparenzseite].“
- Außerdem müssen Plattformen alle politischen Anzeigen in einer öffentlich zugänglichen Datenbank speichern. Dort soll nachvollziehbar sein, wer die Werbung bezahlt hat, wann sie geschaltet wurde, wie viel sie gekostet hat und welche Zielgruppen angesprochen wurden.
- Der größte Einschnitt betrifft das personalisierte Targeting. Politische Werbung darf nur noch gezeigt werden, wenn die betroffene Person ausdrücklich zugestimmt hat, die Daten direkt von ihr stammen und keine sensiblen Informationen wie Religion, Herkunft oder politische Meinung verwendet werden. Minderjährige dürfen nur beworben werden, wenn sie höchstens ein Jahr vom Wahlalter entfernt sind. Klassisches Microtargeting, also Werbung für eng definierte Gruppen wie „Männer über 50, die AfD folgen“, ist damit praktisch verboten.
- Plattformen müssen außerdem dokumentieren, wie politische Werbung ausgespielt wird, und den Behörden auf Anfrage Auskunft geben. Sie sind verpflichtet, sicherzustellen, dass auch Werbekunden und Dienstleister die Regeln einhalten. Wenn ein Verstoß gemeldet wird, müssen sie schnell reagieren und Anzeigen gegebenenfalls sperren.
Wie erreicht politischer Content heute noch das Publikum?
Wenn Anzeigen wegfallen, bleibt vor allem eines: guter und relevanter Content, der von selbst überzeugt. Jetzt zählt Qualität. Was früher über Werbebudget lief, muss heute organisch funktionieren. Beiträge brauchen eine klare und ehrliche Ansprache, sollen verständlich, kreativ und originell sein. Inhalte, die nah an den Menschen sind, die zum Teilen anregen und echten Mehrwert bieten, funktionieren auch ohne Geld.
Wichtiger wird, eigene Kanäle zu stärken. Wer sich nicht allein auf Plattformen verlässt, bleibt unabhängig von Algorithmen und Richtlinien. Ein paar Hebel:
- E-Mail-Newsletter sichern den direkten Kontakt zu Mitgliedern, Unterstützerinnen und Interessierten, ganz ohne Algorithmus.
- SEO und Content-Marketing sorgen für langfristige Sichtbarkeit bei Google und in KI-basierten Suchsystemen. Gut geschriebene Hintergrundartikel, FAQs oder Erklärtexte bleiben dauerhaft relevant.
- Eigene Community-Formate wie Webinare, Diskussionsrunden oder Online-Foren schaffen Nähe und Vertrauen. Wer solche Angebote aufbaut, macht sich unabhängiger von Plattformen und stärkt seine Rolle als verlässliche Quelle.
- Community-Management spielt eine große Rolle. Es sorgt dafür, dass Inhalte sichtbar bleiben, weil sie Interaktion auslösen. Wer auf Kommentare antwortet, Diskussionen startet, Fragen beantwortet oder Feedback aufnimmt, erhöht nicht nur die Aktivität. Er schafft auch Vertrauen und baut echte Beziehungen auf. Das ist auf Dauer wichtiger als hohe Klickzahlen.
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